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Kinder- und Jugendrehabilitation

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Der Kinder und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) zeigt, dass Kinder die einzige Altersgruppe sind, in der sich der Gesundheitszustand verschlechtert hat. Übergewicht steht bei 15 % der Heranwachsenden im Vordergrund, 6,3 % aller Kinder und Jugendlichen sind fettleibig. Niedriger sozialer Status oder Migrationshintergrund sind deutliche Risikofaktoren dafür.

 

Bei fast 18 % der Kinder und Jugendlichen stehen psychische Störungen im Vordergrund wie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom), Störung des Sozialverhaltens und Depressionen. Chronische Krankheiten haben im Kindesalter ebenfalls zugenommen sowie psychosomatische Beschwerden wie Migräne und körperliche Überlastung. Ca. 2500 Kinder werden jährlich in Deutschland mit dem fetalen Alkoholsyndrom (Alkoholembryopathie) geboren und bedürfen einer besonderen Aufmerksamkeit und Zuwendung.

 

Über die Anzahl der psychisch-traumatisierten Kinder nach Missbrauch oder Misshandlung gibt es noch keine verlässlichen Daten.

 

Ziel der Rehabilitation ist es, den Kindern wieder eine Chance für eine adäquate Schullaufbahn zu ermöglichen, ihnen ihre Fröhlichkeit zurückzugeben, sowie ihre traumatischen Erfahrungen zu bearbeiten.
Fetales Alkoholsyndrom

 

In Deutschland werden jährlich zwischen 1000 und 2500 Kinder mit FASD geboren. Die meisten leben in Pflegefamilien aufgrund desolater Verhältnisse in den Primärfamilien. Die Pflegeeltern sind häufig nicht über die Diagnose informiert. Anliegen der Therapie ist es, den überforderten Familien in der Klinik eine Aus-Zeit (Time-out) zu gewähren, die Diagnose zu verifizieren sowie im Rahmen eines interdisziplinären Programms, welches auf die spezifische Störung abgestimmt ist, – durch Physiotherapie, Psychotherapie und Entwicklungsförderung – , den Kindern eine bessere Perspektive zu geben und mit den Pflegeeltern die Situation zu bearbeiten sowie die sozial rechtlichen Grundlagen zu vermitteln.

 

ADHS

 

Nicht jedes unaufmerksame oder zappelige Kind ist hyperaktiv. Aber die ADHS ist zusammen mit Störungen des Sozialverhaltens die häufigste psychische Erkrankung im Kindesalter. Sie besteht jedoch in mehr als der Hälfte der Fälle auch im Erwachsenenalter fort – etwa 2% aller Erwachsenen leiden an ADHS. Bei den Betroffenen bestehen häufig Schwierigkeiten, sich über längere Zeit aufmerksam einer Aufgabe zu widmen. Es liegt eine erhöhte Ablenkbarkeit vor. Während bei Kindern mit ADHS oftmals eine verstärkte körperliche Aktivität sichtbar wird, beklagen Erwachsene häufiger eine starke innerliche Unruhe und Anspannung. Menschen, die unter ADHS leiden, sind von starken Stimmungsschwankungen beeinträchtigt, sind sehr empfindsam und neigen zu impulsiven Handlungen. Ein Teil der Betroffenen hat Schwierigkeiten mit Routineaufgaben und der Organisation des Alltags. Bei leichteren Ausprägungen der ADHS ist keine Therapie notwendig, oft reicht schon eine Unterstützung durch Freunde und Familie (z.B. bei der Organisation des Alltags). Betroffene entwickeln auch selbst Strategien, um mit den Symptomen zurecht zu kommen und ihre Fähigkeiten zu nutzen. Ergeben sich aber stärkere Beeinträchtigungen als Folge der mit einer ausgeprägten Symptomatik verbundenen Verhaltensmuster, ist eine professionelle multimodale Psychotherapie und/oder eine medizinische Rehabilitation angezeigt. Neben einer psychotherapeutischen Behandlung kann auch die medikamentöse Behandlung erwogen werden. Menschen mit ADHS können in Kliniken wirkungsvoll behandelt werden: In der Regel können durch gezielte psychotherapeutische und rehabilitative Maßnahmen die eingetretenen Einschränkungen und Behinderungen in den betroffenen Lebensbereichen nachhaltig verbessert werden.